
Indonesien - Jakarta & das Umland
Die ersten Tage und Nächte in Indonesien:
Ein Abenteuer zwischen Regen, Staus und einem Erdbeben
Unsere Reise nach Indonesien begann mit einem holprigen Start – im wahrsten Sinne des Wortes. Geplant war ein reibungsloser Flug von China nach Jakarta, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Es regnete in Strömen, sodass unser Flugzeug erst mit stundenlanger Verspätung abhob. Als wir schließlich mitten in der Nacht in Jakarta landeten, war an eine erste Erkundungstour nicht zu denken – wir wollten nur noch ins Flughafenhotel und schlafen.
Mit dem Auto durch den indonesischen Verkehrswahnsinn
Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter. Vom Flughafenhotel fuhren wir mit dem Aufzug in die Tiefgarage, wo uns ein freundlicher indonesischer Fahrer erwartete. Unser Ziel: eine kleinere Produktionsstätte, die nur knapp 100 Kilometer entfernt lag.
Doch in Indonesien bedeutet „100 Kilometer“ nicht das, was man in Europa erwarten würde. Es gibt oft nur eine einzige Straße – und die ist voll. Immer. Nach über fünf Stunden Autofahrt durch den dichten Verkehr kamen wir endlich an.
Tropenluft und fantastische Produkte
Kaum öffneten wir die Autotür, traf uns die tropische Luft mit voller Wucht. Bis dahin hatten wir die extreme Luftfeuchtigkeit kaum bemerkt – schließlich hatten wir uns nur in klimatisierten Räumen, Autos und Hotels aufgehalten. Doch jetzt spürten wir sie sofort.
Die Produktionsstätte entschädigte uns aber für die Strapazen der Anreise. Wir entdeckten großartige Produkte und waren beeindruckt von der Qualität und dem Handwerk.
Kulinarischer Abschluss und eine unerwartete Nacht
Am Abend gönnten wir uns ein köstliches indonesisches Essen – ein echter Genuss nach diesem langen Tag. Danach ging es ins Hotel, um endlich etwas Schlaf nachzuholen, bevor es am nächsten Morgen weiter nach Jogjakarta gehen sollte.
Doch die Nacht hielt eine unerwartete Überraschung für uns bereit. Gegen 2 Uhr morgens wurde ich plötzlich wach. Irgendetwas fühlte sich seltsam an. Ich weckte Ralf und fragte: „Was ist das?“ – Er horchte einen Moment und sagte dann: „Das ist ein Erdbeben.“
In diesem Moment war an Ruhe nicht mehr zu denken. Völlig erschrocken standen wir im Dunkeln da und fragten uns: Was macht man jetzt?! Etwa 20 Sekunden lang liefen wir planlos durchs Zimmer, bevor das Zittern wieder aufhörte. Immer noch voller Adrenalin gingen wir auf den Balkon – und stellten fest, dass draußen alles ganz normal weiterging. Autos fuhren, das Personal im Hotel bewegte sich entspannt – als wäre nichts gewesen.
Erst am nächsten Morgen erfuhren wir, dass es sich tatsächlich um ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richterskala gehandelt hatte. Und wir hatten keine Ahnung gehabt, was man in so einer Situation eigentlich tun sollte! Also informierten wir uns und wissen nun: Falls es keine Möglichkeit gibt, schnell nach draußen zu kommen, sollte man sich in einen Türrahmen stellen. Wieder etwas gelernt – wenn wir auf diese Lektion auch gerne verzichtet hätten.
Trotz der kurzen Nacht hieß es am Morgen dann: zurück zum Flughafen und weiter nach Jogjakarta. Neue Eindrücke, neue Produkte – Indonesien hatte uns bereits voll in seinen Bann gezogen.